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Mittelbare Opfer

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Die Entwicklung der Rolle des Kriminalitätsopfers von der eines bloßen Beweismittels hin zu der eines gleichberechtigten Prozessbeteiligten hat an Boden gewonnen. Die gesetzlichen Regelungen haben die Rolle der Opfer gestärkt, die Sensibilität im Umgang mit den Opfern ist bei der Polizei spürbar gewachsen. Wolfgang Sielaff, bekannter Kriminalist und vormals Polizeivizepräsident in Hamburg, schildert Erfahrungen aus der Opferarbeit im WEISSEN RING. Während seiner Zeit als Leiter des Landeskriminalamtes Hamburg führte er einen professionellen Zeugenschutz ein. Nun macht er auf einen bislang nicht beachteten Aspekt aufmerksam: Den Umfang und die Bedeutung der mittelbaren Opfer. Nicht nur die direkten Opfer von Gewaltdelikten leiden unter den Folgen der Tat, sondern auch ihre Angehörigen, Freunde und Bekannten. Die Erfahrung, dass eine Sympathieperson Opfer einer Gewalttat geworden ist, wirkt sich negativ auf das Sicherheitsgefühl aus. Verunsicherung, Angst und Traumatisierung können die Folge sein. Die Zahl der mittelbaren Opfer wird statistisch nicht erhoben, wird aber mindestens doppelt so hoch (ca. 400.000) sein wie die Zahl der unmittelbaren Opfer (ca. 200.000). Diese Dimension sollte der Politik zu denken geben und Anlass sein, statt wahltaktisch interessanter Strafverfolgungsmaßnahmen energisch die Ursachen anzugehen. Die Entstehungsbedingungen der Kriminalität sind ja bekannt.

 
Quelle: Wolfgang Sielaff in: Kriminalistik 4/2010, S. 212 ff.
   

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